Mittwoch, 7. September 202219 UhrKulturscheune

NEU Happy Our Konzert II – Julia Hagen & Jens Peter Maintz

Musik zur happy hour, neu & zwanglos mit zwei Weltklasse-CellistInnen.

Joseph Haydn (1770-1827)
Duo für zwei Celli

György Sándor Ligeti (1923-2006)
Sonate für Cello solo

Anton Kraft (1749-1820)
Sonate für zwei Celli op. 1 Nr. 2

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Suite Nr. 1 G-Dur für Cello solo

Jean Babtiste Barriere (1707-1747)
Sonate für zwei Celli G-Dur

Eine wahre Fundgrube der Celloliteratur ist dieses Konzert, das von der Klassik bis in die Moderne reicht. Julia Hagen, heute eine der ganz grossen Talente auf dem Cello ist Schülerin von Jens Peter Maintz, der seinerseits ein gefeierter Cellist ist und heute die wohl bedeutendste Cello-Klasse als Professor in Berlin betreut. Beide tauchen ein in die Emanzipationsgeschichte des Cellos, das heute als Alleskönner gilt, sich diesen Weg aber von Bach über Haydn und ambitionierte und geniale Cellisten, die selbst zur kompositorischen Feder griffen erst bahnen musste und dabei Instrumente wie die Gambe oder das Baryton verdrängte.

Über die Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach ist viel geschrieben und spekuliert worden. Die heute so populären Suiten, und gerade das Prelude der 1. Suite, das häufig als Filmmusik oder für die Werbung verwendet wird, kam erst Anfang des 20. Jahrhunderts auf die Bühne. Ganz entscheidend beigetragen hat dazu Pablo Casals, was ebenfalls seinen Ruhm nicht unwesentlich begründete.

Joseph Haydn hat in den Diensten von Fürst von Esterházy für so ziemlich alles komponiert, was es an Instrumenten und Gattungen damals gab. Dazu war er bekanntermassen Genre-bildend für das Streichquartett und die Sinfonie. Ein Lieblingsinstrument des Fürsten war das Baryton, ein seltenes Instrument mit Streich- und Resonanzsaiten. Für dieses schrieb Haydn eine stattliche Anzahl Werke. Seine 175 Duo-Sonaten, unter anderem mit dem Baryton, werden heute meist mit dem Cello gespielt.

Anton Kraft war ein Glückspilz. Er bekam es in Wien als Cellist und Kompositionsschüler mit den bedeutenden Komponisten seiner Zeit zu tun. Er war ein Schüler Joseph Haydns und später Musiker im Schuppanzigh-Quartett, das eng mit Beethoven zusammen arbeitete. Sein Werk ist überschaubar, besonders beliebt sind seine Sonaten für zwei Celli, die gefällig und virtuos zugleich sind, ganz musikalische Kinder einer grossen Zeit.

Jean-Babtiste Barrière war der bekannteste und virtuoseste französische Cellist seiner Zeit. Erst sein perfektioniertes Spiel brachte in Frankreich, in dem bis dahin die Gambe vorherrschend war, den Durchbruch für das Violoncello. Seine Duos sind wahre showcases für ambitionierte CellistInnen.

György Ligetis Solo-Sonate ist heute ein Klassiker. 1948 vom noch jungen Komponisten geschrieben, fristete sie ein Schatten-Dasein, denn sie durfte im auch kulturell zensierten Ostblock nicht gespielt werden. Erst in den 1980er Jahren wurde die Sonate als Pflichtstück bei Wettbewerben populär und erfreut sich heute grosser Beliebtheit.

Julia HagenVioloncello